Bevor Sie Ihre Website erneuern.
Eine neue Website kann viel verbessern. Vorausgesetzt, es ist klar, welches Problem sie lösen soll. Bevor Sie über Seiten, Bilder oder Funktionen entscheiden, lohnt sich ein Blick auf die Marke dahinter.
Welche Entscheidung steht wirklich an?
„Unsere Website ist nicht mehr zeitgemäß.“ Das kann ein guter Anlass sein, genauer hinzusehen. Als Aufgabenstellung reicht es noch nicht. Ist das Sortiment schwer zu verstehen? Finden Besucher die passenden Produkte nicht? Wirkt der Auftritt beliebig? Oder fehlen Informationen, die vor einer Anfrage gebraucht werden?
Diese Probleme verlangen unterschiedliche Antworten. Manchmal braucht es eine neue Struktur. Manchmal bessere Produkttexte und Bilder. Und manchmal muss zuerst geklärt werden, wofür die Marke steht und welchen Unterschied sie für ihre Kunden macht.
Wenn Sie diese Fragen erst während der Gestaltung beantworten, entstehen Entscheidungen unter Zeitdruck. Ein abgestimmtes Ziel hilft Ihrem Team und Ihren Partnern, die richtigen Aufgaben zu bearbeiten.
Die Website steht nicht für sich.
Stellen Sie sich vor: Eine Kampagne zeigt ein Produkt im anspruchsvollen Einsatz. Die Website spricht dagegen vor allem über den Preis. Im Shop fehlen die Informationen, die den Nutzen im gezeigten Einsatz erklären. Jedes Element kann für sich ordentlich gemacht sein. Zusammen entsteht trotzdem kein klares Bild.
Das ist ein vereinfachtes Beispiel, kein Befund über einen bestimmten Kunden. Es zeigt aber, warum die Prüfung über die Website hinausgehen sollte. Welche Erwartung entsteht in einer Anzeige, einem Social-Beitrag oder einem Verkaufsgespräch? Was davon greift die Produktseite auf? Und wo wird das Versprechen belegt?
Es geht dabei nicht darum, überall das Gleiche zu zeigen. Eine Anzeige hat eine andere Aufgabe als eine Bedienungsanleitung. Beide sollten jedoch zur selben Marke gehören und einander nicht widersprechen.
Was soll für Ihre Kunden nach dem Relaunch besser sein?
Drei Fragen geben der Prüfung eine Richtung.
Wird Ihre Marke gefunden? Hier geht es um relevante Kontaktwege: Suche, Kampagnen, Social Media, Vertrieb und auch KI-Antworten. Nicht jeder Kanal ist für jede Marke wichtig. Entscheidend ist, wo Ihre Kunden Informationen suchen und Entscheidungen vorbereiten.
Wird Ihre Marke gewählt? Dafür müssen Angebot und Unterschied verständlich werden. Sprache, Bildsprache und Gestaltung helfen, den Wert eines Produkts zu erkennen. Eine schöne Oberfläche allein beantwortet noch nicht, warum jemand gerade dieses Produkt wählen sollte.
Wird Ihre Marke empfohlen? Hier betrachten wir die Grundlage für Vertrauen: nachvollziehbare Aussagen, überprüfbare Belege, konsistente Informationen und verlässliche Kontaktpunkte. Ob Kunden tatsächlich weiterempfehlen, lässt sich aus einer Website allein nicht ablesen. Dafür braucht es zusätzliche Kundendaten oder Gespräche.
KI-Sichtbarkeit gehört in diesen Zusammenhang.
Wer eine KI nach einer Produktkategorie fragt, bekommt eine Auswahl, eine Beschreibung oder einen Vergleich. Für eine Marke ist relevant, ob sie darin auftaucht und ob ihre Produkte richtig dargestellt werden. Deshalb gehört KI-Sichtbarkeit in die Prüfung.
Mit ESGE Signal untersuche ich Antworten auf relevante Kundenfragen und die darin genannten Quellen. Eine falsche Produkteigenschaft oder eine veraltete Information kann ein konkreter Anlass sein, den eigenen Auftritt und weitere Quellen zu prüfen.
Eine einzelne Antwort ist jedoch keine umfassende Bewertung der Marke. Sie sagt nicht, ob Ihre Bildsprache überzeugt, die Website gut verständlich ist oder Ihre Kunden dem Unternehmen vertrauen. Dafür müssen weitere Belege und eine fachliche Prüfung dazukommen.
Aus der Prüfung muss eine Entscheidung werden.
Eine Bestandsaufnahme ist dann nützlich, wenn Sie danach wissen, was Sie behalten, verändern oder zunächst lassen sollten. Die Zahl der gefundenen Schwachstellen ist dafür weniger wichtig als deren Bedeutung.
Ein Beispiel: Wenn das zentrale Produktversprechen unklar bleibt, wird die nächste Kampagne schwerer zu briefen sein. Wenn es bereits klar ist, aber auf den Produktseiten nicht ankommt, liegt die Aufgabe eher in der Umsetzung. Und wenn die Aussage stimmt, jedoch ein Beleg fehlt, braucht es zuerst diesen Beleg.
Für jede priorisierte Maßnahme sollten deshalb vier Dinge feststehen: der beobachtete Befund, das Ziel, die konkrete Aufgabe und ein Kriterium, an dem sich die Verbesserung prüfen lässt. So wird aus einer langen Liste ein Arbeitsplan.
Was Sie vor dem nächsten Briefing klären können.
Beginnen Sie mit einer kleinen Auswahl: einer wichtigen Produktseite, einer aktuellen Kampagne und einem häufig verwendeten Verkaufsdokument. Legen Sie die Materialien nebeneinander und beantworten Sie die Fragen unten. Sie brauchen dafür noch kein neues Design.
Wenn die Antworten auseinandergehen, ist das ein guter Ausgangspunkt für eine genauere Prüfung. Im Markencheck schaue ich mir die vereinbarten Kontaktpunkte gemeinsam mit KI-Sichtbarkeit an und leite konkrete Prioritäten ab. Bei der Umsetzung können Sie mit Ihrem Team oder Ihrer Agentur weiterarbeiten – oder ich begleite Sie in der laufenden Markenführung.
Fünf Fragen für Ihr Team
- Wen wollen wir mit diesem Produkt erreichen?
- Welchen konkreten Nutzen sollen diese Menschen verstehen?
- Was unterscheidet das Angebot von einer passenden Alternative?
- Welche Bilder, Aussagen und Belege unterstützen diesen Unterschied?
- Was soll sich durch die nächste Maßnahme erkennbar verbessern?
Die Bewertung des Markenauftritts unterstützt Entscheidungen. Sie ersetzt keine Untersuchung tatsächlicher Kaufentscheidungen oder Weiterempfehlungen.